Konzertreise vom Garni Chor

Ein Reiseleiter hat gemeint, er könne einen Chor organisieren, ich solle Termine bei Kirchgemeinden abmachen, und so kämen die Leute auf die Idee, nach Armenien zu reisen. Der Chor gab sich den Namen «Garni», besteht aus professionellen Musikern, und mit viel Einsatz ist es gelungen, eine Tournee zu organisieren.

Ein Mitbewerber von mir pflegte bereits Kontakte, war bestens vernetzt, die Kirchen bei ihm voll, entsprechend auch die Einnahmen. Er organisiert das fortwährend immer wieder und sehr professionell. Ich habe mich abgemüht, die Konzerte in den Kirchen herbeizuführen und zu etablieren. Nur in Bern und Wettingen sind die Kirchen voll gewesen.

In Bern bin ich in Begleitung eines Pfarrers, Andreas Urwyler gewesen. Da sind die Menschen in die Kirche geströmt. «Wettingen, tja», haben mich Sponsoren unterstützt, zusammen haben wir mit dem «Anlass einer Bank» totales Chaos bei der Planung verursacht; dennoch, den Leuten hat das Konzert gefallen. Selbst 10 Jahre danach erinnert sich der eine oder andere noch an das Konzert.

Es ist interessant gewesen, so etwas zu organisieren. Ich hätte es wahrscheinlich immer wieder probieren sollen, schließlich hat der wirtschaftliche Erfolg auf Anhieb gefehlt. Doch mittlerweile weiß ich, dass dies einen langen Atem braucht und Erfahrung. Wir haben die Übung abgebrochen, denn wir haben zuvor und dabei kaum die Kosten eingespielt. Ob der Abbruch doch richtig gewesen ist?

Armenien – ideal für Kirchgemeinden

Es ist der älteste christliche Staat der Welt, darauf sind die Armenier stolz. Armenien liegt mitten im Orient und zeigt selbstbewusst eine apostolische Kirche mit vielen schönen Orten zur Besinnung. Auch seine landschaftliche Schönheit öffnet sich dort wundervoll dem Auge. Viele Ausflüge können von Jerevan gut als Tagesreisen bewältigt werden. Nur zum Sevansee sollte zwei Tage eingeplant werden.

Die Kombinationstour mit Georgien ist mit einem Besuch der Hauptstadt Tiblissi verbunden; mit ebenfalls apostolischer Prägung wird sie öfters nachgefragt.
Von dort aus wiederum kann die Grenze nach Aserbaidschan überschritten werden. Im Kaukasus finden sich auf engem Raum etliche Völker und Landschaften.

Für Kirchgemeinden bietet Armenien ein idealer Ort für spirituelle Reisen. Die Veranstalter können typische Konzerte und Begegnungen organisieren. Wir hatten schon Gruppen in Armenien, und es klappte alles wunderbar.

Frieden auf der ITB Berlin

Den Reisestand der Armenier auf der «ITB Berlin» besuche ich immer gerne. Dort treten viele engagierte Reiseveranstalter in Verbindung. Auch Versuche, Geld mit Tourismus zu verdienen. Ihr Engagement ist grossartig.

Ich habe das Gefühl, eine Einheit vorzufinden, obwohl jeder Aussteller beträchtliche Finanzen investiert, um an der Messe teilzunehmen. Armenien bietet einen wunderbaren Cognac, feine Nüsse und Früchte. David an selben Stand hat immer zu tun, wenn ich komme. Der nächste «Slot» gehört mir; ich rede mit anderen, die aktuell keine Kunden haben.

Dann sprechen wir über das Reisen, über grossartige Kulturen, über die Freundschaften, Politik wird ausgeklammert. Es sind viele der Meinung, Armenien bräuchte eine gute Nachbarschaft mit Aserbaidschan, doch auf der Messe werden wenig Initiativen dafür gestartet.

Das möchte ich das nächste Mal anregen. Denn Reisen ist nur bei Frieden möglich. Ich bin sicher, die Menschen finden Lösungen. Vor vielen Jahren besuchte ich einige Veranstaltungen in Caux. Dort wurden mir inspirierende Impulse zu Kommunikation wie Friedensstiftungen und zusätzlich viel vermittelt.

Webseite von Caux

Ein bisschen mehr Mut würde da auch mit gut tun. Auf der ITB kommt «die Welt» friedlich zusammen.

Nationalitätenkonflikt wegen Berg Karabach

Unter der Sowjetunion koexistierten Armenien und Aserbaidschan. Es gab in beiden Ländern viele «Diasporas» des jeweiligen anderen Landes. Als die Zentralgewalt schwächer wurde, brachen Konflikte mit «Pogromen» aus; (Pogrom steht für die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden.) Dazumal ging es mehr um Macht, als um Religion. Ich selbst bin mit Muslimen und Juden befreundet, keine Religion goutiert Gewalt. Doch schnell kann zwischen andersartigen Gruppierungen eine Spirale entstehen, und ein Sieg verstärkt Wunden.

Armenien kontrolliert schließlich seit 1994 Berg Karabach, obwohl das Land völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, auch wenn dort mittlerweile nur Armenier leben. Der Konflikt ist somit seither wieder aufgeflackert. Die Türkei hat sich ebenfalls eingemischt und letztendlich die russische Regierung eine Friedenstruppe errichtet.

Ich bin der festen Überzeugung, die Menschen können die Probleme selber lösen, wenn sie sich nicht durch machtgierige Politiker vertreten lassen. Kein Mensch will Krieg, die Folge einer solchen Auseinandersetzung, immer Tote und keine Lösung, neue Wunden auf beiden Seiten. Dass «Azeri» (Aserbaidschaner oder Aseris) das für gut hielte wäre unverständlich. Darüber möchte ich gerne in Baku diskutieren. Ich bin der Meinung, die Menschen, welche es betrifft, müssten dringend «das Zepter in ihre eigene Hand nehmen».

Türkei und Armenien – der Genozid

Der Genozid seitens der Türkei gegenüber den Armeniern wird immer noch geleugnet. Obwohl es historische Beweise dafür gibt. Die Türkei will sich dafür nicht stigmatisieren lassen. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, und wir wurden immer wieder mit der Nazizeit konfrontiert. Das darf sich nicht wiederholen. Die Nachkriegsgeneration in und um Europa ist für die Nato dennoch zu bestrebt nach Harmonie, um aufmerksam genug hinzusehen, und um damit Wiederholungen vorzubeugen.

Jeder Mord gehört geächtet, Verantwortliche dafür sind zur Rechenschaft zu ziehen. Der Völkermord in Armenien ist über 100 Jahre alt. Jeder der für die Gräuel Verantwortung ist, – tot. Für die Türkei gehört dies zu Geschichte. Aber eine Drangsalierung daraus zu erfahren, nimmt niemand gerne entgegen. Zudem können ja berechtigte Schadenersatzforderungen gestellt werden, so deren Verteidigung.

Doch ich denke, es ist wichtig besonders auch an die Zukunft zu denken. Das Verhalten der Türkei sollte sich aber auch ändern, dazu bräuchte es eben auch Aufarbeitung des Vergangenen. Um aufeinander zugehen zu können und eine Zukunft zu bauen. Der türkische Osten ist arm, durch Abgrenzung wird niemals Wohlstand geschaffen.

Es ist schade, dass keine grenzüberschreitenden Reisen möglich sind, auch Aserbaidschan schließt seine Grenzen. Dabei könnten so tolle Reisen dort organisiert werden. Die Zeit der Grenzen sollte überwunden werden, die Menschen müssten sich ohne Hass begegnen können.

Erkundungsreise nach Armenien

Als Reiseveranstalter organisierte ich früher für Gruppen und konnte einmal sogar mit zwei Kollegen eine Erkundungsreise unternehmen. Wir hatten nur externe Kosten, wie Flugtaxen, Sprit oder Essen zu zahlen. Flug, Hotel; die Reiseführung hatten verschiedene Partner übernommen.

Unser Flug war verspätet. So verpassten wir den Anschlussflug und den nachgehenden Städteausflug. Wir strebten an, schnellstens nach Armenien zu gelangen, anderseits verblieb uns Zeit beim Zwischenstopp. Einen Tag später klappte trotzdem alles wunderbar, Transfer, Hotel, Essen, wir waren zufrieden.

Jeder unserer Truppe schaute sich was an und führte zig Gespräche. Ich veröffentlichte am Abend einen Blog auf «Blogger» von Google .
Heute suche ich die damaligen Daten auf, spannend. Ich habe mich dazu in ein Internetcafé einquartiert, dort gehts rascher als sonstwo. Aktuell schaue ich, ob ich den Blog wieder finde; falls ja, dann veröffentliche gerne den Link hier.
(Falls nicht, dann gerne ein ander Mal.)

Jedenfalls Ihnen Spass am Lesen des vorangehenden Artikels.

Kirchen und Klöster und die Kreuzsteine

Armenien-Reisen bereichern immer die Besuche von Kirchen und Klöstern. Warum das so ist, erwähnen wir hier und auf unserer Seite zur Geschichte. In Armenien finden sich viele Zeugnisse frühchristlicher Kultur wie auch eine große Anzahl alter Kirchen, welche eine wunderbare Atmosphäre verbreiten.

Die berühmte armenische Kirche «Edschmiatsin» steht für uns im Zentrum. Sie ist apostolisch und wenige Kilometer von Jerewan entfernt. Die besondere Ruhe und Stimmung dort lösen spirituelle Erfahrung aus. Besucht wird auch oft «Garni» und «Geghard». Garni beeindruckt als ein Relikt aus römischer Zeit mit seinem gut erhaltenen Sonnentempel. Das Höhlenkloster Geghard geht auf das 4. Jahrhundert zurück und befindet sich am Rande der Azat-Schlucht.

Eine wunderschöne Gegend bietet der Sewansee, den Sie unbedingt besuchen sollten. Dort finden Sie eingebettet in bildhübscher Landschaft das Sevankloster. Besuchen Sie auch partout die Provinz Sjunikh mit ihren sanften Hügeln. An den Hängen der Schluchten von Sjunikh sehen Sie eindrucksvolle Kirchen und Klöster.

Eines der schönster Klöster, dessen Bild wir für diesen Beitrag verwenden, verkörpert Noravankh. Die Schlucht kann leicht übersehen werden, wenn Sie das Kloster erblicken, werden Sie vom Farbenspiel mit seiner Umgebung begeistert sein. Genießen Sie dort Stille und Landschaft.

Unesco Weltkulturerben sind die Klosteranlagen Sanahin und Haghpat, beide aus dem 10. Jahrhundert, die unberührt in die dörfliche Umgebung eingebettet sind.

Zu schön, um wahr zu sein, sind die spektakulären Aufnahmen vom Kloster Chor Virap und dem Berg Ararat. Das Kloster ist eng mit der Geschichte des heiligen Gregors verbunden, der hier 15 Jahre gefangen war und letztendlich erreichte, dass das Christentum als Staatsreligion ausgerufen wurde.