Quba Mere Diwane: Der größte Jesidentempel


Armenien ist weltweit für sein reichhaltiges christliches Erbe und seine antiken Klöster bekannt. Doch das Land beherbergt auch eine der faszinierendsten religiösen Minderheiten der Region: die Jesiden. Seit September 2019 bereichert ein ganz besonderes architektonisches und kulturelles Juwel die Kulturlandschaft des Landes, nämlich Quba Mere Diwane, der weltweit größte Tempel der Jesiden.

Ein Meilenstein jesidischer Kultur und Architektur

Der Tempel ist auch als Tempel von Melek Taus und den Sieben Engeln bekannt. Er wurde im September 2019 feierlich eingeweiht und steht als Symbol für Toleranz, das friedliche Zusammenleben sowie das kulturelle Erbe der Jesiden, die seit Jahrhunderten fest in Armenien verwurzelt sind.

Das beeindruckende Bauwerk erreicht eine Höhe von rund 25 Metern und wurde aus edlem weißem Marmor errichtet. Gekrönt wird das Gebäude von sieben Kuppeln, welche die Sieben Engel des jesidischen Glaubens repräsentieren. An der höchsten Spitze erstrahlt eine vergoldete Sonne als wichtigstes Symbol dieser Religion. 

Neben dem Haupttempel umfasst das weitläufige Areal einen Park mit Denkmälern für historische Persönlichkeiten und die armenisch-jesidische Freundschaft sowie den kleineren Nachbartempel Sultan Esid aus dem Jahr 2012.

Warum sich ein Besuch auf Ihrer Armenien-Reise lohnt

Ein Abstecher zum Tempel Quba Mere Diwane eröffnet Reisenden eine neue Perspektive auf Armenien. Er verdeutlicht, dass das Land neben seinen christlichen Wurzeln auch von einer lebendigen und vielfältigen Kulturgeschichte geprägt wird. Besucher erhalten die Gelegenheit, die Riten und Traditionen einer der ältesten Minderheitengemeinschaften des Kaukasus aus nächster Nähe kennenzulernen.

Durch den eindrucksvollen Kontrast des strahlend weißen Marmors vor der ländlichen Kulisse Armeniens bietet die Anlage zudem ein fotogenes Ausflugsziel. Der Tempel lässt sich optimal in kulturelle Reiserouten einbinden, beispielsweise auf der Durchreise von Jerewan in Richtung Etschmiadsin oder Sardarapat.

Auroras Sonnenaufgang

Innerhalb eines Jahres wird die Armenierin Aurora Zeugin des Todes ihrer Familie und an einen türkischen Harem verkauft. Als scheinbar einzige Überlebende gelingt ihr die Flucht nach Amerika. Doch auch dort kann sie sich nicht vor Ausbeutung schützen: Die Hollywood-Maschinerie formt aus Aurora eine Publikumssensation, als Symbolfigur für das Leiden ihres Volkes wird sie auf Tour durch ganz Amerika geschickt.

Aurora Mardiganians erzählt vom Völkermord an den christlichen Armeniern durch die türkischen Streitkräfte in den 1910er-Jahren. Die Biografie wurde in den 1920er-Jahren zum meist- verkauften Buch Hollywoods. Auch der Film “Auction of Souls” mit den traumatischen Erlebnissen wurde zum Hit. Der Film galt für lange Zeit als verschollen.

Dieser Völkermord ist heute immer noch nicht bewältigt. Es existieren eine Feindschaft mit der Türkei und von beiden Seiten selten Initiativen zur Versöhnung. Der Völkermord passierte, Fakt. Was bringen nur die dauernden Vorwürfe? Ein Völkermord darf hingegen nie in Vergessenheit geraten.

Nun zum Konflikt um Berg-Karabach, der mit einem Krieg seitens Aserbaidschan wieder aufgeflammt ist. Ich und unzählige andere suchen den Frieden und die Koexistenz der Völker. Dieser Weg wurde bisher nicht beschritten.

Ich denke, der Film wird das Interesse Armeniens wecken. Aus eigener Erfahrung kann ich das Land äußerst empfehlen. Die Armenier sind sehr auf Gastfreundschaft erpicht und weisen eine bewegte Geschichte auf.

Hierzu eine Doku auf SRF1, dem Schweizer Fernsehen; Stimmen in der Konfliktzone Kaukasus, eine Reportage

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